AG Musik mit Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung haben ebenso wie Menschen ohne Behinderung ein Anrecht auf die Entfaltung und Förderung ihrer Persönlichkeit und ihrer jeweiligen Anlagen. Dazu gehört auch das Recht auf musikalische Entwicklung und Förderung.

In seiner im Frühjahr 2014 verabschiedeten Potsdamer Erklärung hat der Verband deutscher Musikschulen (VdM) nachdrücklich bekräftigt, dass er sich der Leitidee einer inklusiven Gesellschaft verpflichtet sieht, wie sie seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung von 2009 umzusetzen ist, und daher eine öffentliche Musikschule eine „Musikschule für alle“ sein sollte. Eine solche Musikschule nimmt als Zielgruppe und mit bedarfsgerechten Angeboten vor allem auch junge und ältere Menschen mit Behinderung in den Blick.

An vielen Musikschulen in Baden-Württemberg ist die Arbeit mit Menschen mit Behinderung gelebte Realität: Dies ist nicht zuletzt auch das Verdienst der AG "Musik mit Menschen mit Behinderung", die seit 2001 besteht und sich mit den Perspektiven der Arbeit mit Menschen mit Behinderung an Musikschulen beschäftigt. Anliegen ist es, diese Arbeit an Musikschulen zu fördern sowie inhaltlich und strukturell weiterzuentwickeln und voranzubringen. Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt war dabei von Beginn an die Konzeption und Durchführung von Angeboten zur Weiterqualifizierung von Musikschullehrkräften für und in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung.

Die AG besteht personell aus in dieser Arbeit sehr erfahrenen Leitungen und Lehrkräften öffentlicher Musikschulen sowie Fachleuten verschiedener Kooperationspartner.

Leitung und Ansprechpartner der AG

  • Betina Seegers-Diez, stellv. Leiterin der Musikschule Metzingen, Fachbereichsleiterin Elementar- und Sonderpädagogik

Weitere Mitglieder

  • Johannes Beierlein, Kinderklinik Schömberg
  • Prof. Elisabeth Braun i.R., PH Ludwigsburg-Reutlingen
  • Susanne Brommer-Röthke, Badisches Konservatorium Karlsruhe
  • Claudia Bühlweiler, Lehrerin an der Musikschule Fellbach 
  • Ulrike Eberle, Lehrerin an der Tübinger Musikschule
  • Angelika Glöggler, Bruno-Frey-Musikschule der Stadt Biberach
  • Cordula Reiner-Wormit, Musikschule Waghäusel-Hambrücken e.V.
  • Heiko von Roth, Leiter der Musikschule Unteres Remstal in Waiblingen
  • Nicole Sturm-Goes, Städtische Musikschule Ostfildern
  • Bettina Switlick, Geschäftsstelle des Landesverbandes
  • Ruth Wörner, Musik- und Kunstschule Region Freudenstadt

Fachsprecherin für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung an Musikschulen

Die Fachsprecherin steht den Musikschulen im Land als Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Außerdem wird sie den Landesverband auf Bundesebene vertreten.

Kontakt:
Claudia Bühlweiler, Musikschule Fellbach
Telefon 07181 / 994544
E-Mail c.buehlweiler(at)tele2.de

Aktuell wichtige Arbeitsthemen

Filmprojekt „Crescendo – damit Vielfalt klingt“

Ein wichtiges Projekt der AG „Musik mit Menschen mit Behinderung“ ist derzeit das Filmprojekt „Crescendo – damit Vielfalt klingt“.

Dieser Film dokumentiert mehrere erfolgreiche Praxisprojekte mit Menschen mit Behinderung an Musikschulen in Baden-Württemberg. Dabei soll aufgezeigt werden, welche Chancen in dieser Arbeit liegen und welche Fördermöglichkeiten für Menschen mit Behinderung es an Musikschulen gibt.

Ziel des Filmes ist es, die Teilhabe aller Menschen am kulturellen Leben weiter auszubauen und noch mehr Musikschulen zu einer Öffnung für Menschen mit Behinderung zu animieren.

Für die Produktion des Filmes konnte Sebastian Heinzel gewonnen werden, der bereits preisgekrönte Filme über inklusive Projekte gemacht hat.

Gefördert wird der Film durch das Landesförderprogramm „Impulse Inklusion“.

Gedreht wurde an den Musikschulen in Biberach, Fellbach, Metzingen, Ostfildern, Reutlingen und Waghäusel.

Der Film begleitet die Schüler sowohl im Ensemble als auch im Einzelunterricht an ihrem Instrument. Momente zwischen den Proben, der Weg zur Musikschule und die Nervosität vor einem Auftritt gehören genauso dazu wie auch die Herausforderungen im Unterricht und die Eigenheiten der einzelnen Charaktere in ihrer musikalischen Entwicklung. Der Film zeigt Instrumente und Klänge, Gesichter und Gefühle und bringt die Unterschiedlichkeit der Menschen und Musikschulen in ein gemeinsames Bild: Vielfalt klingt.

Fortbildungen

Eine der wichtigsten Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft besteht in der Konzeptionierung und Durchführung von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Lehrkräfte an Musikschulen.

In Zusammenarbeit mit der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg führt der Landesverband seit 2004 eine zertifizierte Weiterbildung in 6 Phasen für Instrumentallehrkräfte an Musikschulen zur Einführung in die musikalische Arbeit und das Instrumentalspiel mit Menschen mit Behinderung durch.

Im Rahmen dieses Qualifizierungsangebotes vermitteln Lehrende der Fakultät für Sonderpädagogik der PH Ludwigsburg-Reutlingen, erfahrene Praxislehrkräfte von Musikschulen und verschiedene Gastreferenten den Teilnehmenden methodisch-didaktische Möglichkeiten und Grundlagen zur sonderpädagogisch orientierten Arbeit am Instrument für Schüler mit eingeschränkten Fertigkeiten und unkonventionellen Voraussetzungen. Ergänzt werden die Kursphasen durch Praxishospitationen an Musikschulen sowie an Sonder- und Förderschulen bzw. in integrativen Klassen.

Darüber hinaus bietet der Landesverband regelmäßig Einführungskurse zur Arbeit mit Menschen mit Behinderung an Musikschulen sowie Fortbildungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten an.
Nähere Informationen zu den aktuellen Angeboten des Landesverbandes zur Weiterqualifizierung von Musikschullehrkräften in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung finden Sie auf dieser Homepage in der Rubrik Fortbildungen.

Musiktherapie an Musikschulen

Das musiktherapeutische Angebot an Musikschulen richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit besonderen Schwierigkeiten und / oder in krisenhaften Lebensphasen. In besonderer Weise werden je nach Persönlichkeit, Struktur und Störung sowie dem Kontext und biographischen Lebenszusammenhang folgende Ziele verfolgt:

Zum Beispiel die Verbesserung

  • der Wahrnehmungsfähigkeit
  • der Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
  • der Ausdrucksfähigkeit
  • der emotionalen Erlebnisfähigkeit
  • des Umgangs mit Konfliktsituationen

Insgesamt führt dies zu einer Stärkung des Selbstwertgefühls, von Autonomie und Selbstbestimmtheit sowie des Sozialverhaltens. Der Vorteil der Musiktherapie an der Musikschule liegt in der Offenheit des Angebots und der Möglichkeit, präventiv zu arbeiten. So können Kinder schon erreicht werden, bevor Störungen massiv werden.

Ansprechpartnerin:

Marjolein Kok, Musiktherapeutin
Musikschule Mannheim
E4, 14
68159 Mannheim

Tel.: 0621 / 293-8784
e-mail: marjolein.kok(at)mannheim.de

Abgeschlossene Projekte (Auswahl)

VdM-Fachtagung 2016

„Musik zum Leben“ – so heißt ein mehrfach preisgekröntes inklusives Projekt der Musikschule Reutlingen. Dass Musik ein elementarer Bestandteil des Lebens ist – und zwar für alle Menschen – wurde bei Fachtagung „Musizieren mit allen? Perspektiven inklusiver Musikschularbeit“ des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) am 18. und 19. November 2016 in Reutlingen immer wieder deutlich.

Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten eine intensive und spannende Zeit. Die Tagung konnte eine Vielzahl von Anregungen und Impulsen vermitteln und den Austausch über das wichtige Thema vertiefen. Es wurde praktisch vor Augen (und Ohren) geführt, was Verbandspräsidentin Christa Vossschulte bereits in ihrem Grußwort feststellte: „… die Musikschulen [tragen] in hohem Maße dazu bei, dass gesellschaftliche Integration im Sinne einer Teilhabe an einer kulturellen Gemeinschaft gelingen kann“.

Den ausführlichen Tagungsbericht finden Sie hier.

Positionspapier "Inklusion in Musikschulen"

2006 wurde die UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet, in der die universellen Menschenrechte für die speziellen Bedürfnisse und Lebenslagen von Menschen mit Behinderung konkretisiert werden. Die durchgängige Haltung dabei ist die Inklusion, deren Ziel Gemeinsamkeit von Anfang an ist.
Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Musikschulen nicht verschließen dürfen. Die AG hat aus diesem Grund ein Positionspapier zur Inklusion an Musikschulen erarbeitet, das im Mai 2014 veröffentlicht wurde. Dieses Positionspapier ging allen Mitgliedern des Landesverbandes und seinen Partnern sowie unter anderem der Landesregierung Baden-Württemberg, den Fraktionen des Landtages Baden-Württemberg und den kommunalen Landesverbänden zu. Es steht hier zur Verfügung.

Kontakt

Betina Seegers-Diez
Musikschule Metzingen

Nürtinger Straße 45 | 72555 Metzingen

Telefon 07123 42791
E-Mail betina.seegers-diez(at)musikschule-metzingen.de

© 2018 Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs e.V.  AG Musik mit Menschen mit Behinderung